MBT-Info vom 29.03.2016

Änderung der Maschinenrichtlinie?

Änderung der MAschinenrichtlinie?

Änderung der Maschinenrichtlinie? Mit der bevorstehenden "Scharfschaltung" der sog. NLF-Richtlinien in den nächsten Wochen werden die Fragen nach einer Anpassung der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG an den NLF lauter. Da Maschinen in der Regel nicht nur unter die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG fallen, ist das derzeitige "Auseinanderlaufen" der Vorschriften für den Hersteller nicht glücklich:

- Handelskette mit eingeschlossen oder nicht? - EG- oder EU-Konformitätserklärung? (s.u.)
- Kennzeichnung der Maschine mit dem Namen des Importeurs?
- Aufbewahrung der technischen Unterlagen in der EU oder doch beim Hersteller im EU-Ausland?
- ...

Die EU-Kommission hat auf der Sitzung des EU-Maschinenausschuss am 25. November 2015 dazu folgendes berichtet:

 

 

EG- oder EU-Konformitätserklärung?

Mit Datum vom 20. April 2016 müssen diverse neue Richtlinien mit Relevanz für den Maschinenbau vom Hersteller beachtet werden, z.B.:

- ATEX-Richtlinie 2014/34/EU
- EMV-Richtlinie 2014/30/EU

Diese Richtlinien verlangen die Ausstellung einer EU-Konformitätserklärung. Nicht geändert wird die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG, die damit weiterhin die Ausstellung einer EG-Konformitätserklärung verlangt. Nach dem EG-Beschluss 768/2008/EG "Gemeinsamer Rechtsrahmen für Binnenmarktrichtlinien", der Basis für die o.a. neuen Richtlinien ist, soll für ein Produkt eine gemeinsame EU-Konformitätserklärung ausgestellt werden. Dies scheint für Maschinen, die unter die EMV- und/oder die ATEX-Richtlinie fallen, auf Grund der derzeitigen unterschiedlichen Bezeichnung nur auf den ersten Blick schwierig. Siehe hierzu:

 

 

Risikobeurteilung als zentrales Element des NLF

Risikobeurteilung als zentrales Element des NLF Mit der Umsetzung des EG-Beschlusses 768/2008/EG "Gemeinsamer Rechtsrahmen für Binnenmarktrichtlinien" hat das Instrument der Risikobeurteilung als zentrales Element des Sicherheits- und Gesundheitsschutzes Eingang gefunden in zahlreiche EU-Binnenmarktvorschriften. Diesen neuen europäischen Vorschriften gemeinsam ist, dass vom Hersteller verlangt wird:

- eine Risikobeurteilung durchzuführen,
- die Risikobeurteilung zu dokumentieren und
- die Risikobeurteilung auf deren Verlangen den zuständigen Behörden zur Verfügung zu stellen.

In keiner dieser neuen Vorschriften, die beginnend ab Mitte April 2016 für den Hersteller verbindlich werden, wird aber ausgeführt, wie der Hersteller diese Risikobeurteilung konkret durchführen soll.

Das Rad muss hier aber nicht neu erfunden werden. Die scheinbare Lücke kann die EG-Maschinenrichtlinie 2006/42/EG gut füllen. Diese seit vielen Jahren etablierte und bewährte europäische Binnenmarktvorschrift kennt das Instrument der Risikobeurteilung schon lange. Die Vorgehensweise bei der Risikobeurteilung wird für den Hersteller in den Allgemeinen Grundsätzen des Anhang I auch verständlich beschrieben. Mit der EN ISO 12100 "Sicherheit von Maschinen - Allgemeine Gestaltungsleitsätze - Risikobeurteilung und Risikominderung" steht dazu eine europäisch harmonisierte Norm zur Verfügung, die auf Basis der Anforderungen der Maschinenrichtlinie, die Vorgehensweise bei einer Risikobeurteilung weiter vertieft. Da die Maschinenrichtlinie das Verfahren der Risikobeurteilung zwar mit Bezug auf Maschinen aber letztendlich "allgemeingültig" beschreibt und dieses Verfahren sich bewährt hat, drängt es sich nahezu auf, dieses bewährte Verfahren auch auf andere Produktbereiche zu übertragen.

Die kostenlose Excel-basierten Software der MBT, das MBT-RAT (Risk-Assessment-Tool), setzt dieses Verfahren praxisgerecht für den Hersteller um. Damit steht dem Hersteller ein Instrument zur praktischen Durchführung der Risikobeurteilung zur Verfügung, dass ohne große Probleme nicht nur für Maschinen und Anlagen, sondern auch für andere Produkte angewendet werden kann. Siehe hierzu:

 

Sicherheitsbauteil und/oder unvollständige Maschine?

 

Grundsätzlich können Sicherheitsbauteile auch die Definition für unvollständige Maschinen erfüllen. Siehe z.B. Anhang V, Nr. 6 "Systeme zur Beseitigung von Emissionen von Maschinen". Wie sind solche Produkte formal zu behandeln?

Lesen Sie hierzu die FAQ:

 

Urteil OLG Düsseldorf zu Werbung mit "CE"

 

Mit der Anbringung der CE-Kennzeichnung auf einem Produkt bringt der Hersteller zum Ausdruck, dass er die Verantwortung für die Konformität dieses Produktes mit allen in den einschlägigen Harmonisierungsrechtsvorschriften der Europäischen Gemeinschaft enthaltenen und für deren Anbringung geltenden Anforderungen übernimmt, soweit diese Vorschriften eine CE-Kennzeichnung verlangen. Dabei handelt es sich aber nicht um ein
echtes "Prüfsiegel" wie z.B. das GS-Zeichen. Trotzdem wird immer wieder versucht, mit eben dieser zwingend vorgeschriebenen Kennzeichnung das Produkt in der Werbung als besonders qualitativ hochwertig darzustellen, weil es eben ein CE-Kennzeichen hat. Derartige Werbemaßnahmen begegnen nicht selten wettbewerbsrechtlichen Bedenken. In einer aktuellen Entscheidung des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 25.02.2016 (Az.: I-15 U 58/15) geht es wieder einmal um eine solche Werbeaussage. Was das Gericht zur Werbung mit dem CE-Kennzeichnen, insbesondere in unmittelbarer Nähe zu echten Prüfsiegeln gesagt hat und welche Schlüsse daraus für Händler und Hersteller abzuleiten sind, finden Sie in dem nachfolgenden Beitrag von Rechtsanwalt Dr. Ulrich Becker von der Kanzlei CMS Hasche Sigle.

Lesen Sie hierzu das gesamte Urteil:

 

Änderung der Gasgeräterichtlinie 2009/142/EG

 

Aus der Gasgeräterichtlinie 2009/142/EG wird im Kürze eine EU-Verordnung. Die Richtlinie wurde an den NLF, d.h. insbesondere den EG-Beschluss 768/2008/EG "Gemeinsamer Rechtsrahmen für Binnenmarktrichtlinien", angepasst und teilweise auch geändert. D.h. unter anderem, es werden alle Wirtschaftsakteure in der Handelskette erfasst. Dazu enthält die neue EU-Verordnung künftig auch eine Eigenherstellerregelung. Weiterhin ist der Hersteller künftig verpflichtet, eine Risikobeurteilung durchzuführen. Der Anwendungsbereich allerdings ist bis auf kleine Änderungen gleich geblieben, so dass die Gasgeräte-VO weiterhin nicht für die "Verwendung in industriellen Verfahren in Industriebetrieben" greift. Verschiedene neue Definitionen sollen den Anwendungsbereich der EU-Verordnung besser verständlich machen. Die neue EU-Verordnung soll nach einer Übergangsfrist von 2 Jahren nach Veröffentlichung für die Wirtschaftsakteure greifen. Sie ist dann unmittelbar geltendes Recht. EU-Verordnungen müssen nicht in nationales Recht umgesetzt werden. Zur der vom EU-Parlament verabschiedeten Fassung siehe:

 

Auswirkungen des Einbaus nicht autorisierter Ersatzteile auf Gewährleistung und Garantie

 

Führt die Verwendung von vom Hersteller nicht genehmigter Ersatzteile zu einer Mitverursachung eines Sachmangels des Fahrzeugs, stellt sich für Automobilbauer und Kfz-Händler die Frage, welche Folgen das für die kaufrechtliche Gewährleistung hat. Daneben geben BGH-Entscheidungen zur AGB-Kontrolle von Garantiebedingungen Anlass, die Zulässigkeit von sog. Ersatzteilklauseln zu prüfen und den rechtsgestalterischen Spielraum hinsichtlich der Kontrollfähigkeit der Bestimmung sowie der Vermeidung einer Unwirksamkeit wegen unangemessener Benachteiligung auszuloten.
Den vollständigen Artikel, der von der Sache her auch für den Maschinenhersteller interessant sein dürfte und weitere Informationen zur RAW finden Sie unter:

 

Seminar / Workshop "Risikobeurteilung"

Nächster Termin:

- 14. - 15. April 2016 oder 16. - 17. Juni im Hilton Hotel Bonn

 

Der Hersteller von Maschinen und Anlagen muss nach der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG eine Risikobeurteilung durchführen. Die Risikobeurteilung hat die Gefahrenanalyse der alten Maschinenrichtlinie 98/37/EG seit dem 29.12.2009 abgelöst.

Bei der Risikobeurteilung muss der Hersteller die konkreten Vorgaben nach Anhang I der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG beachten. Er muss die

- Grenzen der Maschine bestimmen
- Gefährdungen ermitteln
- Risiken abschätzen
- Risiken bewerten
- Risikobeurteilung dokumentieren
- Anforderung aus Anhang I ermitteln
- Relevante Normen bestimmen und richtig anwenden
- Risikobeurteilung mit vollständiger Anwendung der Normen
- Anwendung des kostenlosen MBT-RAT (Risk Assessment Tool) in der Praxis

Ausführliche Informationen zum Seminar / Workshop Risikobeurteilung

 

NEU: Seminar "Gebrauchtmaschinen"

NEU - NEU - NEU

Nächster Termin:

3. - 4. Mai 2016 im Hilton Hotel Bonn

 

Der Handel mit Gebrauchtmaschinen und -anlagen ist in der EU nicht harmonisiert. Es gelten die einzelstaatlichen nationalen Anforderungen. In Deutschland regelt das Produktsicherheitsgesetz - ProdSG - das Bereitstellen auf dem Markt von Gebrauchtmaschinen. Hierunter ist auch das Verleihen und sogar das Verschenken zu subsumieren.

Der Arbeitgeber darf nach der Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV - gebrauchte Maschinen und Anlagen seinen Beschäftigten nur zur Verfügung stellen, wenn diese den geltenden Rechtsvorschriften über Sicherheit und Gesundheitsschutz zum Zeitpunkt ihres Bereitstellens auf dem Markt entsprechen. Das gilt auch für den Maschinen- und Anlagenbestand!

Der Arbeitgeber muss Maschinen und Anlagen einer regelmäßigen Gefährdungsbeurteilung unterziehen. Hieraus können sich Nachrüstungspflichten ergeben. Einen "Bestandschutz" gibt es nicht!

Baut der Arbeitgeber Maschinen und Anlagen um, muss er diese ggf. wie neue Arbeitsmittel behandeln. Stichwort hier ist die "wesentliche Veränderung".

Erfahren Sie in unserem Workshop, wie Sie mit Gebrauchtmaschinen in der täglichen Unternehmenspraxis umgehen müssen:

Ausführliche Informationen zum Workshop Gebrauchtmaschinen

 

Workshop "Maschinenbeschaffung"

Nächster Termin:

14. Oktober 2016 im Maritim Hotel Köln im Rahmen der Maschinenbautage 2016

 

- Neu: Anforderungen der Maschinenrichtlinie inkl. Überblick zum Anwendungsbereich auf maschinenrichtlinie.de
- Neu: Auswirkungen der neuen BetrSichV auf den Beschaffungsprozess:
   o Gefährdungsbeurteilung beginnt bereits mit dem Beschaffungsprozess
   o Herstellerangaben sind Basis für die Gefährdungsbeurteilung
   o CE-Kennzeichnung am Arbeitsmittel entbindet nicht von der Pflicht zur Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung
   o Nachweis "Aktuell CE-Konform" bringt ggf. Erleichterungen bei der Gefährdungsbeurteilung

Steigen Sie im Workshop ein in den CE-konformen Beschaffungsprozess. Diskutieren Sie mit unseren Experten, welche Anforderungen bei einer CE-konformen Maschinen- / Anlagenbeschaffung zu berücksichtigen sind. Sprechen Sie bereits im Workshop Ihre eigenen Erfahrungen an. Diskutieren Sie dabei mit unseren Experten, die über umfangreiche Erfahrungen aus Ihrer täglichen Praxis verfügen.

Workshop Maschinenbeschaffung

 

Nutzen Sie Ihre Chance auf Weiterbildung!

Am 10. Mai 2016 startet im NOVOTEL Aachen die nächste Ausbildung zum CExpert CE-KOORDINATOR.

Anmeldung hier!

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